In der Vorstandsetagen der Tech-Konzerne dürften die Sektkorken knallen. Der Verlust einer wichtigen, wenn nicht wichtigsten Zielgruppe eines Landes ist abgewendet.
Das Argument der freien Meinungsäußerung ist ohne Frage schwerwiegend. Nur sind Social-Media-Platformen keine neutralen Foren des politischen Diskurses. Wer dort wann was und wo zu sehen und zu hören bekommt entscheiden allein die Betreiber und ihre stets geheimen Algoritmen. Man kann darüber streiten, ob soziale Medien tatsächlich sozial sind, ganz sicher aber sind sie nicht demokratisch. Es sind manipulative und im kommerziellen Interesse raffiniert kuratierte Produkte. Für ihre Werbekunden wissen sie von jedem einzelnen ihrer Nutzer einfach alles, gegenüber dem Gesetzgeber sind sie jedoch in gleicher Sache völlig ahnungslos. Sie geben sich als Verfechter der freien Meinungsäußerung und sind gleichzeitig mit völlig undursichtiger Verbreitung deren größte Zensur.
Man fragt sich also, warum die französichen Richter nicht wie die Australier den Jugendschutz höher bewertet haben. Denn der schädliche und süchtig machende Einfluss psychologisch geschickter sozialer Manipulation ist zweifelsfrei bewiesen und Regierungen wissen, dass man sie abwählen wird, wenn sie ihre Kinder und Jugendlichen nicht schützen. Man könnte es Handlungsbedarf nennen.
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